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Therapien

Im Sommer 1999 wurde ich von meinem Psychiater zu einer Kur geschickt. Ich kam in ein Sanatorium für Psychosomatische Erkrankungen. Psychosomatische Erkrankungen sind zum Beispiel nervöse Magenbeschwerden.

Die Therapien waren zu 95% Sport und zu 5% Einzelgespräche und Atemtherapie. Es war jedenfalls keine Therapie dabei, die sich mit der manischen Depression beschäftigt. Nach 6 Wochen wurde ich als gesund und sofort arbeitfähig entlassen.

Mein Arzt war anderer Meinung und hat mich weiterhin krankgeschrieben. Nun stand eine Vorstellung beim Vertrauensarzt des Arbeitgebers an. Hier hatte ich ein gutes Gespräch und der Vertrauensarzt empfahl mir eine Rente einzureichen, da er der Meinung war, dass ich mindestens ein Jahr zu Hause bleiben müsse.

Ich reichte also die Rente ein und erhielt eine Zeitrente für 3 Jahre. Gleichzeitig wurde mir eine Therapie empfohlen. Da ich damals nicht wusste, dass es verschiedene Therapien gibt, meldete ich mich zu einer analytischen Therapie an.

Bis November 2000, also ein Jahr lang, hatte ich eine analytische Therapie. Bei dieser Therapie liegt man auf einer Liege und erzählt. Der Therapeut fragt selten mal. Meistens muss man von seinen Träumen und dem Tagesablauf sprechen. Eine analytische Therapie hat man 2 bis 3 mal in der Woche. Nach einem Jahr sagte mir der Therapeut, dass ich zuviel negative Energie auf ihn übertrage. Daher habe ich die Therapie abgebrochen.

Im November 2000 wurde ich auf einem U-Bahnhof aufgegriffen. Ich bin ziellos durch die Gegend gelaufen und wusste nicht so recht wohin ich wollte. Die herbei gerufene Polizei hat mich dann in das Klinikum Steglitz auf die Krisenstation gebracht.

Auf dieser Krisenstation wird eigentlich nicht viel gemacht. Es gibt eine Gruppentherapie und eine Mal Therapie. Gruppentherapien helfen mir nicht so. Einmal in der Woche ist Visite. Auf der Krisenstation bleibt man nicht lange. Entweder man wird gesund entlassen oder man wird an eine andere Krankenanstalt überwiesen. Ich wurde nach 3 Wochen als gesund entlassen.

Ich habe dann die empfohlene Verhaltenstherapie begonnen. Sie ging bis zum Sommer 2003. Bei einer Verhaltentherapie geht man ein Mal in der Woche zum Therapeuten. Hier wird das Hauptaugenmerk auf das Verhalten gelegt. Da ich aber keine Ängste habe, die eine Depression auslösen könnten bzw. ich dem Therpeuten sagte, dass die Depressionen ohne äußeren Anlass kommen, haben wir ein wenig herumgeredet. Es ist jedenfalls für mich nichts Vernünftiges herausgekommen. Ich habe dann im Sommer 2003 auch diese Therapie abgebrochen.

Inzwischen war auch mein Labrador Retriever Columbo eingezogen und ich hatte alle Hände voll zu tun mit dem Welpen. Ich empfand Columbo als beste Therapie. Von da an hatte ich nur noch die Medikamenten Therapie und den Hund.

Anfang 2005 war mein Psychiater der Meinung, ich solle mal für 2 Wochen ins Krankenhaus gehen und mich ausruhen. Ich bin dann im Februar 2005 in die geschlossene Psychiatrie gekommen. Aus den 2 Wochen wurden dann aber 8 Monate. 5 Monate in der geschlossenen Abteilung und 3 Monate in der Tagesklinik.

In der geschlossenen Abteilung wurden nur alle Medikamente abgesetzt und etwas Sport gemacht, ansonsten ein Mal in der Woche Visite ... keine Gespräche, die sich mit der Depression befassen. Auch hier gab es nur eine Verhaltenstherapie, die nichts gebracht hatte.

Nachdem es mir immer schlechter ging, wurden nach und nach die Medikamente wieder angesetzt. Eine Gesprächstherapie wegen der Depression gab es nicht und in die Depressionsgruppe kam ich auch nicht. Ich weiß nicht, was sich die Ärzte dort gedacht hatten.

Seit Herbst 2005 bin ich konsequent den Therapien aus dem Weg gegangen. Es geht mir nicht gut, aber ich werde auch nicht mit merkwürdigen Sachen gequält. Ich habe inzwischen meine Dauer-Rente und kann jetzt einigermaßen leben.

Meine Hunde und Katzen sind die besten Therapeuten. Sie merken sofort, wenn es mir nicht gutgeht und passen dann besonders auf mich auf. Ich beschäftige mich auch sehr intensiv mit ihnen. Gerade die Pflegekinder machen immer massiv auf sich aufmerksam. Die Hunde sind ziemlich wild, aber können auch unheimlich schmusig sein.

Das Problem ist, dass die Depression bei mir immer ohne äußeren Anlass kommt. Daher ist eine Verhaltenstherapie nicht so das Richtige für mich. Jedenfalls habe ich bisher noch keine Therapie gehabt, die mir bei meiner manischen Depression geholfen hat. Selbst im Krankenhaus wurde lediglich ein Medikamenten-Entzug versucht, obwohl die Einweisungsdiagnose manische Depression war.

Rente

 

 

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20. Mai 2013

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