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Räuberhauptmann

Mittelschwerer Lebenslauf

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Also, das bin ich. Ich heiße Alexander und bin eigentlich der Kopf der Bande. Leider habe ich oft kein Mitspracherecht. Das elektrische Lampenlicht der Welt habe ich 1957 in einem Bett erblickt.. Klar, auf dem Kronleuchter wäre es zu umständlich gewesen, für die fünf Minuten da heraufklettern ...

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Meine Kindheit habe ich mehr schlecht als recht über die Runden gebracht bis der Ernst des Lebens in Form der Schulzeit über mich herfiel.

1957 - 1966 wohnte ich mit meinen Eltern in Berlin-Schöneberg. Es war eine kleine Wohnung unter dem Dach. Da meine Mutter befürchtete mal überfallen zu werden, wollte sie einen Hund oder eine Pistole. Ein Hund war wohl von meinem Vater einfacher zu besorgen und so kam ein Lastrami (Landstraßenmix) aus dem Tierheim zu uns.

Als Urlaubssouvenir haben wir noch einen zweiten kleinen Hund mitgebracht. Auf dem großen Dachgarten tobten nun neben den zwei Hunden noch Mäuse, Schlangen, Schildkröten und ein Igel herum. In der Wohnung hatten wir ein riesiges Vogelbauer mit verschiedenen Vögeln. Ich hatte also schon sehr früh Kontakt zu verschiedenen Tieren.

Schon vor der Schulzeit hatte ich mit Depressionen zu tun. Nur konnte damals kaum jemand damit umgehen, schon gar nicht bei einem Kind.

Auch meine Depressionen haben sich in dieser Zeit verstärkt. 1968 musste ich zu einer Untersuchung zum Jugendpychiatrischen Dienst. Da sie mit mir nichts anfangen konnten, wurde ich zur FU Berlin weiter geschickt. Aber auch dort hatte man keine Erklärung dafür.

Ich wurde Ostern 1963 eingeschult. Meine Schulzeit war nicht so besonders toll. Eigentlich hatte ich nie Lust dorthin zu gehen. Bis zum Abschluss 1975 wurde ich zur Schule gebracht und auch wieder abgeholt, weil meine Eltern immer Angst hatten, dass ich nicht lebend ankomme. Durch meine, damals ungewöhnlichen, Haustiere, habe ich mich immer im Grünzeug herumgetrieben. Ich hatte Eidechsen und Leguane, die nur Lebendfutter mochten. Also musste ich immer auf Insektenjagd gehen. Daher war ich schnell als Sonderling abgestempelt

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Ich habe die Schule als notwendiges Übel irgendwie über die Runden gebracht und habe demensprechend einen nicht so entsetzlich tollen Abschluss gemacht. Aber wenigstens hatte ich die Mittlere Reife (1975) geschafft und hatte die Chance auf eine Lehrstelle.

Durch den außergewöhnlich guten Abschluss, konnte mir die Tante bei der Berufsberatung 1975 nicht sehr helfen. Eigentlich war ich für keine entsprechende Ausbildung vermittelbar. Zur Auswahl standen Bombenentschärfer oder Röntgenassistent. Beide Berufe waren beliebt wie Fußpilz. Ich entschied mich für die strahlende Zukunft: Medizinisch-technischer-Radiologie-Assistent. Schon damals hatten die Leute Angst vor Strahlen.

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Unheimlich gefallen hat mir die Ausbildung (1975 - 1978) nicht. Ich hatte auch hier einen unglaublichen Abschluss geschafft. Ein glattes “ausreichend” (mit Rücksicht auf die Eltern). Aber ich konnte mich auf Arbeitssuche machen. Das war schon sehr viel wert.

Mit meinem ersten Job (1978) hatte ich auch gleich daneben gegriffen. Es war ein Job in einem Krankenhaus. Als Neuer musste ich alle Jobs machen, die die anderen nicht mochten, wie zum Beispiel im OP oder in der Pathologie mit der Siemenskugel knipsen. Die Dienste waren lang. Nachtdienste gingen 24 Stunden, man hatte also nach dem Spät- und Nachtdienst noch den ganzen Tagesdienst. Feiertage gingen sogar noch länger. Mit den etwas sehr zickigen Kolleginnen bin ich auch nicht so gut klar gekommen.

Ich ließ mich nach 6 Monaten kündigen und suchte nach einem vernünftigen Job. Ich war ungefähr 3 Monate arbeitslos, dann bekam ich Post vom Arbeitsamt. Sie haben einen netten Betätigungsbereich für mich. Eine Arbeit bei der mir die Patienten nicht weglaufen können und wo ein paar nette Sprüche wichtiger sind als SchmerEs gab ihn tatsächlich, den Traumjob. Mir wurde eine Tätigkeit in der Staatspension (1979 - 1999) angeboten. Wer zu mir wollte, musste einen Mietvertrag mit dem Staatsanwalt abgeschlossen haben. Na, das ist was. Die Mitbürger mit vorübergehend besonders festem Wohnsitz können einem nicht weglaufen. Kein Radiologe, der irgendwie komisch werden kann, sondern einer der zwei Mal in der Woche für 2 Stunden kam und die Bilder angeschaut hatte. ztabletten.

Ich lebte mit geregelter Arbeitszeit in geregelter Armut, aber immerhin ein netter Job. Mit den Gefangenen bin ich immer gut zurecht gekommen. Mit meiner sehr lockeren Art hatte ich überhaupt keine Probleme. Es hat richtig Spaß gemacht. Bis dann im Jahre 1991 ein Radiologe eingestellt wurde. Aus der freien Wirtschaft ohne einen blassen Schimmer wie es im Knast zugeht. Von da an ging es abwärts und zwar im freien Fall.

Mein Job entwickelte sich zur Hölle auf Erden. Meine Depressionen verstärkten sich von Tag zu Tag. Wegen der mieserablen Arbeitsbedingungen musste ich mir einen Ausgleich suchen und fand den Ausgleich im Besuch des Abendgymnasiums (1997 - 2003). Natürlich hat mein Chef gleich versucht etwas dagegen zu unternehmen und hat den Besuch der Schule meiner Verwaltung gemeldet ... aber was ich in meiner Freizeit mache, geht ihn nichts an. Obwohl er schon eine ganze Weile versuchte sich in meine Freizeit einzumischen.

Ich ging dann erstmal von 1997 bis 1999 zum Abendgymnasium. Im Oktober 1999 hatte meine Lebensgefährtin einen tödlichen Unfall und ich wurde von der Schule beurlaubt

Von Anfang 2000 bis September 2001 war ich von der Schule beurlaubt. Das ging in meinem besonderen Fall, da ich ärztliche Atteste hatte und einen sehr guten Draht zu meinem Schulleiter und dem zuständigen Schulrat (der wohnt in meinem Haus in der 2. Etage ... grins)

Ich war schon seit April 1999 krankgeschrieben und hatte nun im November 1999 den Rentenantrag gestellt. Normalerweise dauert die Ausbildung am Abendgymnasium 4 Jahre. Durch meine Depressionen habe ich aber sehr viel länger gebraucht. Aber mit viel Unterstützung der Lehrkräfte und des Schulleiters konnte ich die Schule abschließen. Der Lohn war das Abitur

Ich hatte immer von 18.15 Uhr bis um 21.30 Uhr Unterricht. Es waren jeden Abend zwei Blöcke. Die Fächer waren: Deutsch, Mathematik, Englisch, Französisch, Politische Weltkunde, Physik, Chemie. In den Sprachen konnte zwischen Latein und Französisch gewählt werden, in den Naturwissenschaften zwischen Physik, Chemie und Biologie. In der Kursphase hatte ich die Leistungskurse Politische Weltkunde und Mathematik, als drittes Prüfungsfach Französisch, als mündliches Prüfungsfach Chemie und mit Deutsch hatte ich im Abitur nichts zu tun. 2003 habe ich das Abitur bestanden. Zwar auch nicht mit überragenden Leistungen, aber ich habe mich riesig gefreut, dass ich es geschafft hatte

Die aktuellen Bedingungen müssten auf der Homepage der Schule erfragt werden. Es hat sich in den letzten Jahren jede Menge geändert, was die Unterrichtszeiten und die Fächer betrifft. Auch die Zulassungsbedingungen für die Abschlussprüfung sind jetzt wohl etwas schärfer

Am 19. April 1999 wurde ich krankgeschrieben von meinem behandelnden Arzt. Da keine Aussicht auf Wiedereintritt in das Erwerbsleben bestand, bekam ich eine Rente (ab 2000)

Da ich nun mit dem Abitur etwas anfangen wollte, suchte ich mir einen Studienplatz. Im Wintersemester 2003 konnte ich im Fach Chemie mit einem Studium beginnen. Leider ein Bachelor-Studiengang. Das der Abschluss “Bachelor” nichts wert ist, habe ich erst später erfahren.

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Wegen meiner sedierenden Medikamente, musste ich das Chemie-Studium 2006 abbrechen und die Schwerbehinderten-Beauftragte schlug mir das Fach Rechtswissenschaften ab dem Wintersemester 2007 / 2008 vor. Da ich mit meiner Erkrankung es nicht geschafft habe regelmäßig zur Uni zu fahren, waren die Klausuren auch entsprechend. Ich habe das Studium an einer Präsens-Universität aufgegeben. Die Fern-Universität Hagen bietet leider keine vernünftigen Studiengänge an. Dort gibt es z.B. einen Bachelor-Jura Lehrgang. Aber damit kann man weder Richter noch Staatsanwalt oder überhaupt Anwalt werden. Also dasselbe wie mit den anderen Bachelor Studiengängen: Der Abschluss taugt nichts und man kann ihn sich sparen.

Ich mache jetzt einen Fernlehrgang Allgemeinbildung. Das ist der Abitur-Lehrgang in dem auch die Fächer vermittelt werden, die ich am Abendgymnasium nicht hatte. Hier kann ich dann arbeiten, wenn es mir gut geht. Inzwischen hinke ich auch hier sehr hinterher. Aber das ist für mich kein Problem. Ich kann notfalls die kostenlose Zusatz-Zeit verwenden. Außerdem bin ich eigentlich nur mit den Einsende-Aufgaben nicht auf dem neuesten Stand

Ich bin Single und das sehr gerne. Wenn ich so höre, was andere für Probleme haben mit ihren Familien, da bleibe ich lieber bei meinen Mitbewohnern. Gut, Lenis meckert auch mal, aber das muss ich nicht beachten ... grins.

Krempelkasten

 

 

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HP überarbeitet:

20. Mai 2013

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